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Republik in Südosteuropa am Schwarzen Meer zwischen Bulgarien im Süden, Ungarn im Westen, der Ukraine im Norden und Moldawien im Osten, 238 391 km², 22,3 Mio. Einwohner, Hauptstadt Bukarest, Amtssprache Rumänisch.

Land und Leute

Der Gebirgszug der Karpaten gliedert das Land großräumig in das westliche Becken des Ungarischen Tieflands, Siebenbürgen, das Hügelland der Moldau und die Küstenlandschaft der Dobrudscha. Die überwiegend rumänisch-orthodoxe Bevölkerung ballt sich um die Hauptstadt, die starke ungarische Minderheit im Grenzgebiet zu Ungarn und deutsche Gruppen siedeln v. a. in Siebenbürgen und im Banat.

Wirtschaft

Durch Planwirtschaft und ehrgeizige Industrialisierungspläne steht das in weiten Gebieten äußerst fruchtbare Land (Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Obst; Viehhaltung, Jagd) vor z. T. zerstörten bäuerlichen Strukturen und schweren Versorgungsproblemen. Die Industrie (Nahrungsmittel, Metall, Chemie) ist kaum konkurrenzfähig, die Erdölförderung um Ploesti ist wichtigster Devisenbringer.

Geschichte

In der Antike von den Dakern besiedelt, wurde das Gebiet des heutigen Rumäniens 106 n. Chr. römische Provinz, die in der einsetzenden Völkerwanderungszeit wieder verloren ging und danach von wechselnden Völkern durchzogen und beherrscht wurde (Goten, Hunnen, Awaren, Madjaren, Tataren u. a.). Im Mittelalter kam es zur Ansiedlung der Siebenbürger Sachsen und zur Bildung der Fürstentümer Walachei und Moldau (14. Jh.).

Es folgte eine mehrere Jh. dauernde türkische Oberhoheit, die seit dem 18. Jh. von österreichischem Einfluss zurückgedrängt wurde. Der Osten des Landes löste sich erst später aus russischer und türkischer Herrschaft, die Donaufürstentümer vereinigten sich 1859 und bildeten der Kern von Rumänien, der als Königreich 1881–1914 von Karl I., einem Hohenzollern, regiert wurde.

In den Weltkriegen wie auch in den 1930er Jahren unter deutschem Einfluss, änderte sich der Umfang von Rumänien mehrfach (z. B. Gewinn Siebenbürgens 1919, Verlust der Bukowina und Bessarabiens 1940). Die Rote Armee eroberte das Land 1944 und sorgte für konsequente Bolschewisierung, doch wurde aus der "Diktatur des Proletariats" seit 1967 eine persönliche Despotie Ceausescus und seines Clans. Rumänien wurde im Sinne eines Staatssozialismus gewaltsam umgestaltet und letztlich ruiniert.

1989 beseitigte ein Volksaufstand die kommunistische Herrschaft, der Diktator wurde hingerichtet. Die sozialen und ökonomischen Probleme der jungen Demokratie, die immer noch relativ instabil ist, bessern sich trotz des Reformwillens der Regierung nur langsam. Der Beitritt zur NATO erfolgte 2004, seit 1. Januar 2007 ist Rumänien EU-Mitglied.